Mehr Chancen auf Weiterbildung durch den Betriebsrat

Erstellt am: 08.07.2014 | von: Redaktion K&K

Eine Studie hat ergeben, das Unternehmen mehr Weiterbildungen anbieten, wenn ein Betriebsrat vorhanden ist.

Uwe Cantner und Ipsita Roy von der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie Wolfgang Gerstlberger von der Süddänischen Universität untersuchten den Zusammenhang von Innovationen und Weiterbildungsangeboten und welche Rolle Betriebsräte in diesem Gefüge spielen.

Das Ergebnis ist erstaunlich: In Betrieben mit Betriebsrat wird sich stärker um die Weiterbildung der Mitarbeiter gekümmert. Dadurch ist die Innovationsfähigkeit ebenfalls deutlich höher.

Dabei unterschieden die Forscher zwischen zwei Arten der Weiterbildung: die betriebsspezifische Weiterbildung (hier werden spezielle betriebsinterne Fähigkeiten wie das Bedienen einer Maschine geschult) und die allgemeine Weiterbildung (Kommunikation, Management, Teamwork…). Deutlich erkennbar war, dass speziell die betriebsspezifischen Angebote durch die Unternehmen gefördert wurden – natürlich aufgrund des Eigennutzes. Die allgemeinen Weiterbildungen hingegen werden kaum gefördert. Zu groß ist hier die Sorge in Mitarbeiter zu investieren, die dann aufgrund ihrer neu erworbenen sozialen Kompetenzen das Unternehmen verlassen könnten.

Die Forschung ergab, dass vor allem in mitbestimmten Firmen mehr in Weiterbildungen investiert wurde und dass damit der positive Einfluss von Betriebsräten auf die allgemeine Weiterbildung und die damit verbundene höhere Innovationsfähigkeit deutlich nachweisbar ist.

Fazit der Forscher: Um die Weiterbildung und die damit verbundene Qualifikation der Mitarbeiter zu stärken, wäre demnach eine möglichst große Verbreitung der betrieblichen Mitbestimmung.

 

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung „Böckler Impuls“, Ausgabe 12/2014 ; Uwe Cantner, Wolfgang Gerstlberger, Ipsita Roy:Woks Councils, Training Activities and Innovation: A Study of German Firms, Jena, Economic Research Papers Nr. 2014-006, März 2014